Naturstein Wissenswertes

    Wissenswertes von A-Z

    Natursteinarten werden umgangsprachlich in die zwei Kategorien Marmor und Granit eingeteilt. Beide Kategorien umfassen eine Vielzahl von Natursteinarten, die zur genauen Kennzeichnung mit sogenannten „Handelsnamen“ (Rosa Beta, Balmoral Rosso, Paradíso, Carrara usw.) versehen werden. Diese Handelsnamen sind weltweit gültig.

    Naturstein

    Hauptgruppen der Gesteine

    Gesteinsart

    Anteil in
    der Erdkruste

    Magmatite (Erstarrungsgesteine)

    95 %

    Sedimente (Ablagerungsgesteine)

    1 %

    Metamorphite (Umwandlungsgesteine)

    4 %

    Gesteine sind Gemenge von natürlich entstandenen Mineralien, welche die Erdkruste und den oberen Erdmantel aufbauen.

    Gesteine sind in die drei Hauptgruppen Magmatite, Sedimente und Metamorphite eingeteilt.

    Marmor

    Bezeichnung für alle polierfähigen Kalksteine. Es gibt jedoch einige Kalksteinsorten, die polierfähig sind und trotzdem nicht unbedingt Marmor sein müssen. Jura Marmor ist beispielsweise ein Kalkstein.

    Chemisch gesehen handelt es sich bei Marmor und Kalkstein um Karbonatgesteine, daher sind die technischen Eigenschaften nahezu identisch. Nicht identisch dagegen ist die Art der Entstehung.

    Kalkstein entsteht überwiegend durch Ablagerung von Sedimenten oder Ausscheidungen aus kalkhaltigen Wässern.
    Bekannte Vertreter sind z.B. Jurra Gelb und Nero Marquina.

    Marmor hingegen hat sich aus bereits fertigen Kalksteinmassiven gebildet. Diese gerieten durch tektonische Bewegungen der Erdkruste, wie etwa Plattenverschiebungen oder Gebirgsfaltungen in große Tiefen. Durch den dort herrschenden Druck und die hohen Temperaturen bilden sich neue Minerale, die dem ursprünglichen Gestein ein neues Aussehen geben.
    Bekannte Vertreter sind z.B. Estremoz, Carrara und Thassos.

    Den Unterschied zwischen Marmor und Kalkstein kann man am besten im Querbruch erkennen. Da es bei der Entwicklung von Kalkstein zu Marmor (Metamorphose) zu einer Umwandlung der Kristalle kam, sind die Einzelkristalle des Marmors in der Regel mit dem bloßen Auge erkennbar. Während die Bruchstelle des Kalksteins eine matte Oberfläche aufweist und einzelne Kristalle mit dem bloßem Auge kaum sichtbar sind, kann man bei Marmor Kristallflächen durch ein Glitzern an der Bruchstelle erkennen.

    Granit

    Der Name kommt aus dem Lateinischen („Granum“ = Korn). Granit ist die weitverbreiteteste Gruppe der Tiefengesteine, auch bekannt als Plutonite (nach Pluto, dem Gott des Reichtums, der aus der Erde kommt).

    In den Tiefen des Erdinneren herrscht ein extrem hoher Druck und Temperaturen zwischen 900 und 1.300°C. Wenn die sich dort befindlichen glutflüssigen Gesteinsschmelze (Magma) großflächig in die unteren Schichten der Erdkruste eindringen und durch Abkühlung erstarren, entsteht der sogenannte Tiefengestein. Aufgrund der langsamen Erkaltung können die Mineralien gut auskristallisiere, daher sind Tiefengesteine grundsätzlich vollkristallin ausgebildet. Granit ist trotz der vielfältig vorkommenden Farbtöne immer hell, erst die geschliffenen und polierten Oberflächen wirken viel dunkler.

    Gneise (Hartgestein)

    Diese entstehen aus Umwandlung anderer Gesteine. Gneise haben nahezu immer eine schnelle Wasseraufnahme, folglich eine höhere Fleckempfindlichkeit. Hier sollte man mit entsprechenden Imprägnierungen vorbeugen.
    Bekannte Vertreter dieser Art sind z.B. Serizzo, Multicolor Rot und Kashmir White.

    Labradorit, Gabbros

    Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Hartgestein. Sie zeichnen sich aus durch eine hohe Dichte, d.h. sie haben eine geringe Fleckempfindlichkeit.

    Ein Imprägnierungsmittel kann aufgrund der hohen Dichte nicht eindringen. Empfindlichkeit besteht gegenüber salzsäurehaltigen Produkten und starken Laugen.
    Bekannte Vertreter dieser Art sind Nero Impala (Gabbro) und Labrador (Labradorit).

    Quarzit, Foide

    Alta Quarzit ist eines der unempfindlichsten Materialien. Er wird hauptsächlich spaltrauh angewandt und ist extrem dicht, chemikalien-resistent und fleckunempfindlich.

    Foide, insbesondere die bekanten blauen Sorten, welche den „Farbgeber“ Sodalit tragen, können stark unterschiedliche chemische Beständigkeiten und Festigkeiten haben.
    Bekannte Vertreter dieser Art sind Azul Bahia und Namibia Blue.


    Der wichtigste Unterschied zwischen Marmor und Granit liegt in der Widerstandsfähigkeit bzw. Härte des Materials.

    Marmor ist empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen und erfordert eine gute Pflege. Für stark beanspruchte Bodenflächen sollte dieses Material nicht unbedingt eingesetzt werden.

    Dennoch besticht Marmor durch die wunderschöne Oberflächenstruktur und den günstigen Preis im Vergleich zu Granit.

    Granit besticht durch seine äußerst hohe Abriebfestigkeit und ist auch gegenüber Säuren und Laugen unempfindlich, d.h. Granit kann universell eingesetzt werden.

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